Die japanische Shincha-Tradition – Der erste Tee des Jahres
Shincha (新茶) bedeutet wörtlich „neuer Tee“ und bezeichnet in Japan den allerersten Grüntee des Jahres, der im Frühling geerntet wird. Er stammt aus der ersten Pflückung – auch „Ichibancha“ genannt – und ist besonders begehrt, da er nur wenige Wochen im Jahr erhältlich ist. Diese Ernte beginnt je nach Region zwischen Mitte April und Anfang Mai. Shincha ist ein saisonales Highlight in der japanischen Teekultur und wird mit großer Vorfreude erwartet.

Die jungen Teeblätter des Shincha enthalten besonders viele Nährstoffe, darunter Aminosäuren wie Theanin, die für den typischen umami-reichen Geschmack verantwortlich sind. Sie haben einen höheren Feuchtigkeitsgehalt und sind zarter als spätere Pflückungen. Geschmacklich ist Shincha frischer, süßer und oft milder im Vergleich zu regulärem Sencha. Die Tassenfarbe ist leuchtend grün, das Aroma intensiv und lebendig.
In Japan wird Shincha traditionell verschenkt, ähnlich wie frisches Obst oder Gemüse – als Zeichen der Wertschätzung und der Verbundenheit mit der Natur. Viele Teeliebhaber bestellen Shincha bereits Monate im Voraus, da die besten Chargen schnell vergriffen sind.
Shincha wird meist ohne lange Lagerung getrunken – er soll jung und frisch genossen werden. Durch die kurze Verfügbarkeit gilt er als besonders exklusiv. Wer Shincha trinkt, erlebt nicht nur erstklassigen Tee, sondern auch ein Stück japanischer Jahreszeitenkultur.
Zubereitungshinweis für Shincha:
- Wassertemperatur: 65–75 °C
- Ziehzeit: 60–90 Sekunden
- Menge: 2–3 g pro Tasse (200 ml)
- Tipp: Frisches, weiches Wasser verwenden – so entfalten sich die feinen Aromen optimal
Shincha ist mehr als Tee – es ist ein Symbol für Neubeginn, Frische und Harmonie mit der Natur.


